
„Net jammere, denn wenn’d jammerschd, werd’s a net besser“, war Maria Knebels Credo, und vielleicht ist dieser Grundsatz ein Rezept, um alt zu werden.
Als Maria Hees wurde sie 1915 in Kronau geboren und feierte im März 2025 ihr sage und schreibe 110. Wiegenfest. Damit war sie die mit Abstand älteste Bürgerin von Bad Schönborn, denn dort verbrachte sie im Seniorenheim Vitalis in Langenbrücken die letzten 9 Jahre. Bis zu ihrem 101. Geburtstag hatte sie sich in ihrem Haus in Zeutern noch selbst versorgt. „Net unterkriege lasse“, hieß es für die bis zum Schluss interessierte Seniorin auch, als sie sich 2024 einen Oberschenkelhalsbruch zuzog, der sie in den Rollstuhl zwang. Vorher hatte sie noch regelmäßig an der Gymnastik teilgenommen.
Nun ist sie einen Tag vor Heiligabend friedlich eingeschlafen. „Sie wollte nicht mehr viel lesen“, sagt Trauderose Staudt, die Tochter von Maria Knebels verstorbenem Lebensgefährten, die sie regelmäßig besuchte. In der letzten Zeit, habe sie gemerkt, dass es zu Ende geht. Obwohl sich Maria Knebel immer über Besuch freute, mit dem sie gerne Lieder sang und Fotos anschaute, waren ihr Feste auch ein Gräuel. „Immer die viele Leit und des Gehuddel, ich bin froh, wenn‘s rum is“, hatte sie stets gesagt, auch wenn wieder ihr Geburtstag anstand, und gelacht, erzählt Trauderose Staudt. „Jetzt konnte Maria Knebel Weihnachten im Kreise ihrer Lieben feiern, die ihr vorausgegangen sind“, meint sie. (cm)